SSL-Zertifikat: Probleme auf der Website lösen
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SSL-Zertifikat für Website: Was tun bei Problemen?

Probleme mit dem SSL-Zertifikat einer Website können Browserwarnungen, Ablaufmeldungen oder eine nur teilweise geschützte Verbindung verursachen. Häufig liegen die Ursachen beim Zertifikat selbst, bei der Verlängerung, der Domainzuordnung oder bei weiterhin über HTTP geladenen Inhalten.

Der Beitrag zeigt, wie sich die konkrete Fehlerart eingrenzen lässt, welche Einstellungen geprüft werden sollten und warum Zertifikat, Weiterleitungen, CMS, DNS und Hosting gemeinsam betrachtet werden müssen.

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Was ist bei einem SSL-Problem auf der Website zuerst zu tun?

Wenn der Browser vor einer unsicheren Verbindung warnt, sollte die Meldung nicht einfach übergangen werden. Zunächst muss geklärt werden, ob tatsächlich das Zertifikat fehlerhaft ist oder ob die Website zwar über HTTPS erreichbar ist, aber einzelne unverschlüsselte Ressourcen lädt. Beide Situationen werden umgangssprachlich häufig als SSL-Problem bezeichnet, haben jedoch unterschiedliche Ursachen und Lösungen.

Bei einem Zertifikatsfehler kann der Browser die Identität des angesprochenen Servers oder die Gültigkeit der verschlüsselten Verbindung nicht zuverlässig bestätigen. Betroffen sein können die gesamte Domain, nur eine bestimmte Subdomain oder lediglich einzelne Zugriffswege wie die Adresse mit oder ohne „www“. Bis zur Klärung sollten keine Zugangsdaten, Formulareingaben oder anderen vertraulichen Informationen übertragen werden.

Mixed Content tritt dagegen auf, wenn das Hauptdokument über HTTPS geladen wird, aber beispielsweise Bilder, Skripte, Schriften oder Stylesheets weiterhin über HTTP angefordert werden. Browser können solche Inhalte automatisch auf HTTPS umstellen oder vollständig blockieren. Dadurch können Darstellungs- und Funktionsfehler entstehen, obwohl das eigentliche Zertifikat gültig ist. Die technische Unterscheidung erläutert auch die Dokumentation von MDN zu Mixed Content.

Welche Ursachen haben Browserwarnungen zum SSL-Zertifikat?

Eine Browserwarnung kann verschiedene technische Ursachen haben. Die sichtbare Meldung und die Zertifikatsdetails geben häufig bereits einen Hinweis darauf, welcher Bereich geprüft werden muss. Typische Auslöser sind:

  • Das Zertifikat ist abgelaufen oder sein Gültigkeitszeitraum hat noch nicht begonnen.
  • Die aufgerufene Domain oder Subdomain ist nicht im Zertifikat enthalten.
  • Der Server liefert das Zertifikat ohne die erforderliche vollständige Zertifikatskette aus.
  • Das Zertifikat stammt von einer Stelle, der der verwendete Browser oder das Betriebssystem nicht vertraut.
  • DNS-Einträge verweisen auf einen anderen Server, auf dem ein falsches oder veraltetes Zertifikat hinterlegt ist.
  • Ein CDN, Reverse Proxy oder Loadbalancer liefert ein anderes Zertifikat als der eigentliche Webserver aus.
  • Datum und Uhrzeit des verwendeten Geräts sind deutlich falsch eingestellt.

Tritt die Warnung nur auf einem einzelnen Gerät oder in einem bestimmten Netzwerk auf, sollte deshalb auch die lokale Umgebung berücksichtigt werden. Erscheint sie dagegen auf mehreren Geräten und über verschiedene Internetverbindungen, liegt die Ursache wahrscheinlich bei der Website, ihrer Domain oder der Serverkonfiguration.

Ein SSL-Zertifikat-Problem der Website kann außerdem nach einem Hostingwechsel, einer Domainumstellung oder der Einrichtung neuer Subdomains entstehen. In solchen Fällen sind möglicherweise noch nicht alle DNS-Ziele, Zertifikate und Weiterleitungen aufeinander abgestimmt. Die Verwaltung dieser zusammenhängenden Komponenten gehört zu den typischen Aufgaben einer Webspace-Administration.

Wie lässt sich die konkrete Fehlerursache systematisch eingrenzen?

Eine strukturierte Prüfung verhindert, dass Zertifikate oder Website-Einstellungen ohne klare Ursache geändert werden. Wichtig ist zunächst, die genaue Fehlermeldung, die betroffene Adresse und den Zeitpunkt des Auftretens festzuhalten. Anschließend sollten alle relevanten Varianten der Domain geprüft werden.

  1. Die Website wird mit und ohne „www“ sowie über benötigte Subdomains aufgerufen.
  2. Gültigkeitszeitraum, ausstellende Zertifizierungsstelle und enthaltene Domainnamen werden kontrolliert.
  3. Die vollständige Zertifikatskette und das tatsächlich ausgelieferte Serverzertifikat werden geprüft.
  4. DNS-Einträge werden mit dem vorgesehenen Hosting-, CDN- oder Proxy-Ziel abgeglichen.
  5. Die Browserkonsole und die Netzwerkübersicht werden auf blockierte HTTP-Ressourcen untersucht.
  6. Weiterleitungen zwischen HTTP, HTTPS und verschiedenen Domainvarianten werden nachvollzogen.
  7. Formulare, Anmeldungen, Downloads und andere zentrale Funktionen werden abschließend getestet.

Bei einer Website mit vorgeschaltetem CDN oder Proxy muss sowohl die Verbindung zwischen Browser und Dienst als auch die Verbindung vom Dienst zum eigentlichen Webserver berücksichtigt werden. Ein gültiges Zertifikat am Hostingserver reicht nicht aus, wenn der öffentlich angesprochene Endpunkt ein abgelaufenes oder falsch zugeordnetes Zertifikat ausliefert.

Die Prüfung sollte außerdem nicht auf die Startseite beschränkt bleiben. Fehlerhafte Ressourcen können nur in bestimmten Unterseiten, alten Beiträgen, Formularen oder eingebundenen Modulen vorkommen. Eine technische Kontrolle im Rahmen der Website-Wartung sollte deshalb die wichtigsten Seitentypen und Funktionen einbeziehen.

Was ist bei einem abgelaufenen oder ungültigen Zertifikat zu prüfen?

Ein abgelaufenes Zertifikat muss erneuert und anschließend korrekt am zuständigen Server oder Dienst eingebunden werden. Viele Hostingpakete übernehmen Ausstellung und Verlängerung automatisch. Dennoch kann die Erneuerung scheitern, wenn die Domainvalidierung nicht mehr funktioniert, DNS-Einträge geändert wurden oder eine Firewall beziehungsweise Weiterleitung die notwendige Prüfung verhindert.

Bei automatisierten Verfahren muss die Zertifizierungsstelle nachweisen können, dass der Antragsteller die betreffende Domain kontrolliert. Je nach eingesetzter Validierungsmethode erfolgt dies beispielsweise über eine erreichbare Datei oder einen DNS-Eintrag. Die möglichen Verfahren beschreibt die offizielle Übersicht der Let’s-Encrypt-Challenge-Typen. Änderungen an DNS, Webserver, Proxy oder Sicherheitsregeln können daher auch eine zuvor funktionierende Verlängerung beeinträchtigen.

Nach der Ausstellung muss kontrolliert werden, ob wirklich das neue Zertifikat ausgeliefert wird. Manchmal wurde die Verlängerung erfolgreich durchgeführt, während Webserver, CDN oder Proxy weiterhin eine ältere Datei verwenden. Ebenso muss die vollständige Zertifikatskette eingebunden sein und der private Schlüssel zum ausgestellten Zertifikat passen.

Für alle öffentlich verwendeten Domainvarianten muss eine passende Zuordnung bestehen. Ein Zertifikat für die Hauptdomain gilt nicht automatisch für jede denkbare Subdomain. Werden neue Subdomains ergänzt oder nicht mehr benötigte Adressen entfernt, sollte der Zertifikatsumfang entsprechend überprüft werden.

Wie wird Mixed Content auf einer HTTPS-Website behoben?

Mixed Content wird nicht durch die erneute Ausstellung des Zertifikats beseitigt. Die Ursache liegt in Ressourcen, die innerhalb einer HTTPS-Seite weiterhin mit einer HTTP-Adresse eingebunden sind. Diese Verweise können in Seiteninhalten, Theme- oder Template-Dateien, Stylesheets, Skripten, Datenbankeinträgen oder Einstellungen externer Dienste vorkommen.

Zunächst sollten die betroffenen Ressourcen über die Entwicklerwerkzeuge des Browsers ermittelt werden. Danach ist zu prüfen, ob dieselbe Datei zuverlässig über HTTPS verfügbar ist. Interne Adressen können auf die korrekte HTTPS-URL umgestellt werden. Externe Inhalte müssen durch eine verschlüsselt erreichbare Quelle ersetzt oder entfernt werden, wenn der Anbieter kein HTTPS unterstützt.

Bei Content-Management-Systemen können nach einer früheren Umstellung noch absolute HTTP-Adressen in der Datenbank gespeichert sein. Eine pauschale Suchen-und-Ersetzen-Aktion ist jedoch nicht immer sicher, weil strukturierte oder serialisierte Daten beschädigt werden können. Vor umfassenden Änderungen sollte deshalb ein aktuelles Backup erstellt und eine für das jeweilige System geeignete Methode verwendet werden.

Nach der Bereinigung müssen mehrere Unterseiten, Formulare und interaktive Elemente geprüft werden. Auch Schriften, Hintergrundbilder, eingebettete Dokumente, Videos, Trackingressourcen oder Schnittstellen können Mixed Content verursachen. Erst wenn keine relevanten HTTP-Anfragen mehr bestehen, ist die Umstellung technisch vollständig.

Welche Rolle spielen Weiterleitungen, CMS, CDN und HSTS?

Nach einer funktionierenden HTTPS-Einrichtung sollte der Aufruf über HTTP zuverlässig auf die gewünschte HTTPS-Adresse weitergeleitet werden. Dabei muss eine eindeutige Hauptvariante der Domain festgelegt sein. Unnötige Weiterleitungsketten zwischen HTTP, HTTPS, „www“ und der Adresse ohne „www“ erschweren die Fehlersuche und können zu widersprüchlichen Ergebnissen führen.

Auch im CMS müssen die hinterlegte Website-Adresse, erzeugte interne Links und gegebenenfalls Cache- oder CDN-Einstellungen zur HTTPS-Konfiguration passen. Nach Änderungen sollten Caches kontrolliert geleert werden, damit keine alten HTTP-Verweise oder Zertifikatszuordnungen weiter ausgeliefert werden. Bei einem CDN muss zudem geklärt sein, welches Zertifikat dort verwendet wird und wie die Verbindung zum Ursprungsserver abgesichert ist.

HSTS kann Browser anweisen, eine Domain künftig ausschließlich über HTTPS aufzurufen. Diese Einstellung sollte erst aktiviert oder erweitert werden, wenn HTTPS dauerhaft für die Domain und alle einbezogenen Subdomains funktioniert. Ein fehlerhaft eingesetztes „includeSubDomains“ kann sonst auch Dienste betreffen, die noch nicht über HTTPS erreichbar sind. Die Funktionsweise beschreibt die MDN-Dokumentation zu Strict-Transport-Security.

Ein gültiges Zertifikat bedeutet außerdem nicht, dass die gesamte Website sicher ist. HTTPS schützt die Übertragung zwischen Browser und Server. Es beseitigt keine veralteten Erweiterungen, unsicheren Passwörter, Malware oder fehlerhaften Zugriffsrechte.

Wann kann ein SSL-Problem selbst behoben werden?

Bei einem gewöhnlichen Hostingpaket kann ein abgelaufenes Zertifikat häufig über die Verwaltungsoberfläche neu aktiviert oder die automatische Verlängerung erneut eingerichtet werden. Voraussetzung ist, dass Domain, Hostingziel und Zertifikatsverwaltung eindeutig zugeordnet sind und anschließend alle wichtigen Zugriffsvarianten getestet werden können.

Professionelle Unterstützung ist sinnvoll, wenn die Ursache nicht klar erkennbar ist, mehrere Server oder Dienste beteiligt sind oder die Website nach der HTTPS-Umstellung Darstellungs- und Funktionsfehler zeigt. Gleiches gilt bei eigenen Servern, CDNs, Reverse Proxys, zahlreichen Subdomains oder einer umfangreichen Bereinigung alter HTTP-Adressen.

Im Rahmen einer professionellen Webspace-Administration können Zertifikat, DNS, Hosting, Weiterleitungen und Website-Konfiguration gemeinsam geprüft werden. Für eine erste Abstimmung steht außerdem die Kontaktseite zur Verfügung. Wenn das SSL-Zertifikat Ihrer Website Probleme verursacht, können Sie direkt eine Webspace-Administration anfragen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu SSL-Problemen auf Websites

Die folgenden Antworten erläutern den Umgang mit Browserwarnungen, fehlgeschlagenen Verlängerungen, Mixed Content und Weiterleitungen sowie die Grenzen eines gültigen SSL-Zertifikats.

Was sollte ich bei einer Browserwarnung zum SSL-Zertifikat tun?

Prüfen Sie zuerst, ob die Warnung auf mehreren Geräten und Netzwerken auftritt und welche Fehlermeldung der Browser nennt. Rufen Sie keine vertraulichen Bereiche auf und umgehen Sie die Warnung nicht. Anschließend müssen Gültigkeit, Domainzuordnung, Zertifikatskette und die Auslieferung am tatsächlich angesprochenen Server kontrolliert werden.

Warum kann ein SSL-Zertifikat trotz automatischer Verlängerung ablaufen?

Eine automatische Verlängerung kann scheitern, wenn die Domainvalidierung nicht mehr erreichbar ist, DNS-Einträge geändert wurden, ein Proxy oder eine Firewall die Prüfung behindert oder die neue Zertifikatsdatei nicht korrekt eingebunden wird. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob der Dienst die Erneuerung zwar durchgeführt, den Webserver aber nicht mit dem neuen Zertifikat neu geladen hat.

Ist Mixed Content dasselbe wie ein ungültiges SSL-Zertifikat?

Nein. Bei Mixed Content ist das Zertifikat der aufgerufenen Seite häufig gültig, aber einzelne Bilder, Skripte, Schriften oder andere Ressourcen werden noch über HTTP angefordert. Diese Quellen müssen auf HTTPS umgestellt oder ersetzt werden. Ein neues Zertifikat allein beseitigt solche eingebetteten HTTP-Adressen nicht.

Kann ich ein SSL-Zertifikat selbst einrichten?

Bei vielen Hostingpaketen lässt sich ein Zertifikat über die Verwaltungsoberfläche aktivieren und automatisch verlängern. Voraussetzung ist, dass Domain, DNS, Hostingziel und Weiterleitungen korrekt zusammenarbeiten. Bei eigenen Servern, CDNs, Proxys oder mehreren Subdomains ist die Einrichtung komplexer und erfordert eine Prüfung aller beteiligten Endpunkte.

Behebt eine HTTPS-Weiterleitung alle SSL-Probleme?

Nein. Eine Weiterleitung von HTTP auf HTTPS sorgt dafür, dass Besucher die verschlüsselte Adresse erreichen, repariert aber weder ein abgelaufenes oder falsch zugeordnetes Zertifikat noch Mixed Content. Die Weiterleitung sollte erst dauerhaft erzwungen werden, wenn HTTPS auf allen relevanten Domains und Funktionen fehlerfrei arbeitet.

Ist eine Website mit gültigem SSL-Zertifikat vollständig sicher?

Nein. Ein gültiges Zertifikat schützt die Übertragung zwischen Browser und Server und bestätigt im Rahmen des Zertifikatstyps die angesprochene Domain. Es verhindert jedoch keine Sicherheitslücken im CMS, unsichere Passwörter, Malware oder fehlerhafte Berechtigungen. HTTPS ist deshalb ein wichtiger, aber nur ein einzelner Bestandteil der Website-Sicherheit.

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